· Luisa Schröder · KI-Strategie  · 4 Minuten Lesezeit

KI-Konzept für Schulen – In 5 Schritten zur digitalen Strategie

Von der Vision bis zur Umsetzung: Wie Schulen in 5 Schritten ein nachhaltiges KI-Konzept entwickeln – mit Praxisbeispielen, Zeitplan und Checkliste.

Lehrkräfte-Team plant KI-Strategie an einem Whiteboard mit Post-its

Einzelne Lehrkräfte experimentieren mit ChatGPT, andere lehnen KI komplett ab – und die Schulleitung weiß nicht, wie sie eine gemeinsame Linie findet. Kommt dir das bekannt vor? Dann braucht deine Schule kein weiteres Tool, sondern ein KI-Konzept. Einen strategischen Rahmen, der aus Einzelinitiativen ein tragfähiges Ganzes macht.

Warum ein KI-Konzept kein Luxus ist

Die digitale Transformation an Schulen scheitert selten an fehlender Technik – sie scheitert an fehlender Strategie. Ein KI-Konzept beantwortet die entscheidenden Fragen:

  • Wohin wollen wir? (Vision)
  • Wo stehen wir heute? (Bestandsaufnahme)
  • Wie kommen wir dorthin? (Maßnahmen)
  • Wer ist verantwortlich? (Strukturen)
  • Woran messen wir den Erfolg? (Evaluation)

Schulen, die strategisch vorgehen, schaffen es nachweislich besser, das gesamte Kollegium mitzunehmen – statt nur die technikaffinen Early Adopters.

Die 5 Schritte zum schulischen KI-Konzept

Schritt 1: Bestandsaufnahme – Wo steht eure Schule?

Bevor du planst, musst du wissen, wo ihr steht. Führe eine ehrliche Bestandsaufnahme durch:

Kollegiumsbefragung (anonym, 10 Minuten):

  • Wer nutzt bereits KI-Tools? Welche?
  • Wo sehen Lehrkräfte Chancen, wo Bedenken?
  • Welche Fortbildungswünsche bestehen?

Infrastruktur-Check:

  • Welche Hard- und Software ist vorhanden?
  • Gibt es schulische Zugänge zu KI-Tools (z. B. über Landesplattformen)?
  • Wie ist die WLAN-Abdeckung?

Praxis-Tipp: Herr Becker, Schulleiter einer Realschule in Niedersachsen, nutzte für seine Bestandsaufnahme ein einfaches Online-Formular mit 8 Fragen. Die Ergebnisse überraschten ihn: 62 % des Kollegiums hatten bereits privat mit ChatGPT experimentiert – aber nur 11 % setzten es im Unterricht ein. Die Haupthürde: Unsicherheit beim Datenschutz.

Schritt 2: Vision formulieren – Was soll KI an eurer Schule leisten?

Eine gute KI-Vision ist konkret genug, um zu orientieren, und offen genug, um Raum für Entwicklung zu lassen. Erarbeite sie gemeinsam mit dem Kollegium – idealerweise in einem Pädagogischen Tag oder einer Steuergruppen-Sitzung.

Beispiel-Vision: „An unserer Schule nutzen wir KI als Werkzeug, um Lehrkräfte bei der Unterrichtsvorbereitung zu entlasten und Schülerinnen und Schülern individuellere Lernangebote zu ermöglichen – stets datenschutzkonform und pädagogisch reflektiert.”

Aus der Vision leiten sich 2–3 strategische Ziele ab, zum Beispiel:

  1. Bis Ende des Schuljahres haben alle Lehrkräfte eine KI-Grundfortbildung absolviert.
  2. In mindestens 5 Fachschaften werden KI-Tools regelmäßig in der Unterrichtsvorbereitung genutzt.
  3. Eine schulinterne KI-Richtlinie ist verabschiedet und kommuniziert.

Wie du eine solche Richtlinie erstellst, beschreiben wir ausführlich in unserem Artikel KI-Richtlinie für Ihre Schule erstellen.

Schritt 3: Kompetenzaufbau – Das Kollegium qualifizieren

Der wichtigste Schritt. Ohne Kompetenz im Kollegium bleibt jedes Konzept Papier. Plane einen dreistufigen Qualifizierungsplan:

Stufe 1 – Sensibilisierung (alle Lehrkräfte):

  • 90-minütige Einführung in KI-Grundlagen
  • Live-Demo: Was kann ChatGPT, was nicht?
  • Datenschutz-Basics und Handlungsregeln

Stufe 2 – Anwendung (interessierte Lehrkräfte):

  • Workshop zu Prompt Engineering und konkreten Unterrichtsszenarien
  • Praxis-Übungen mit KI-Tools im eigenen Fach
  • Kollegiale Hospitation und Erfahrungsaustausch

Stufe 3 – Multiplikation (KI-Beauftragte / Fachschaftsleitungen):

  • Vertiefung: KI in der Binnendifferenzierung und Leistungsbewertung
  • Train-the-Trainer: Andere Lehrkräfte schulen
  • Vernetzung mit anderen Schulen

Unsere KI-Akademie für Lehrkräfte bietet für alle drei Stufen zertifizierte Fortbildungspfade an – vom KI-Führerschein bis zum KI-Beauftragten.

Schritt 4: Strukturen schaffen – Verantwortlichkeiten klären

Ein KI-Konzept braucht Verantwortliche, die es am Leben halten:

  • KI-Beauftragte/r: Ein bis zwei Lehrkräfte, die als Ansprechpartner dienen, neue Tools evaluieren und den Überblick behalten.
  • Steuergruppe Digitalisierung: Bindet das KI-Konzept in die übergreifende Digitalisierungsstrategie ein.
  • Fachschafts-Verantwortliche: In jeder Fachschaft gibt es eine Person, die fachspezifische KI-Anwendungen sammelt und teilt.

Praxis-Tipp: Frau Dr. Klein, Schulleiterin eines Gymnasiums in NRW, hat eine „KI-Sprechstunde” eingeführt – jeden Mittwoch in der Mittagspause, 30 Minuten. Kolleginnen und Kollegen können Fragen stellen, Tools ausprobieren oder Erfahrungen teilen. Das Format ist niedrigschwellig und hat die Akzeptanz im Kollegium deutlich erhöht.

Schritt 5: Evaluation – Messen, was wirkt

Ein gutes KI-Konzept ist kein statisches Dokument, sondern ein lebendiger Prozess. Plane feste Evaluations-Zeitpunkte ein:

ZeitpunktMaßnahme
Nach 3 MonatenKurzbefragung: Welche Tools werden genutzt? Wo gibt es Hürden?
Nach 6 MonatenSteuergruppen-Review: Werden die Ziele erreicht? Anpassungen nötig?
Nach 12 MonatenUmfassende Evaluation mit Kollegium und Schülerschaft
JährlichAktualisierung der KI-Richtlinie und des Maßnahmenplans

Zeitplan: Vom Start zum fertigen Konzept

PhaseZeitraumAufgaben
VorbereitungMonat 1–2Bestandsaufnahme, Steuergruppe bilden
EntwicklungMonat 3–4Vision, Ziele, Richtlinie erarbeiten
QualifizierungMonat 4–8Fortbildungsprogramm durchführen
UmsetzungMonat 6–12KI im Unterricht, Strukturen etablieren
EvaluationAb Monat 9Erste Bilanz, Anpassungen, Verstetigung

Starte jetzt – mit Begleitung

Die Entwicklung eines KI-Konzepts ist ein Schulentwicklungsprozess. Und Schulentwicklung gelingt am besten mit externer Begleitung – nicht weil du es nicht könntest, sondern weil ein neutraler Blick von außen hilft, blinde Flecken zu erkennen und das Tempo zu halten.

In unseren schulinternen Fortbildungstagen begleiten wir Schulen von der Bestandsaufnahme bis zum fertigen KI-Konzept. Wir bringen die pädagogische Expertise, die technische Kompetenz und die Erfahrung aus über 120 Partnerschulen mit.

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Über die Autorin

Luisa SchröderBildungsreferentin bei educaite – begleitet Schulen bei der strategischen Integration von KI in den Schulalltag. Ihre Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit Schulleitungen aller Schulformen fließt direkt in ihre Beratung und Fortbildungen ein.

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